Petition Gegen den Bau der Lichtwiesenbahn

Auch wenn unklar ist, ob die Fahrgastprognosen der Planfeststellungsvorlage Lichtwiesenbahn so eintreffen, ist doch klar, dass es zu der vorgeschlagenen Vorzugsvariante Alternativen gibt, die bisher auch nicht einmal angedacht, geschweige denn untersucht und bewertet wurden.


Erwiderung der HEAG Mobilo
Im Rahmen der Planung wurde eine Vielzahl von möglichen Varianten untersucht. Als Ergebnis der ÖPNV Untersuchung Lichtwiese Stand 05/2013 wurden unterschiedliche Szenarien der eingesetzten Fahrzeuge (Bus, Bahn) untersucht.Die im Ergebnis günstigste Variante zur Erschließung der Lichtwiese wurden im Zuge der weiteren Planung vertieft und mögliche Untervarianten betrachtet, die im Erläuterungsbericht zur Planfeststellung erläutert und bewertet sind.

Bla bla bla. Ein E-Bus Shuttle wurde dabei offensichtlich nicht in Erwägung gezogen. Ich habe dazu nichts gefunden.

Da ich das Gelände der Lichtwiese als Freizeitgelände täglich nutze, und dabei auch die Disk-Golf-Geräte, bin ich entsetzt über einige lieblose Einrichtungen, wie Papierabfallbehälter, die von Raben und Krähen geplündert werden mit dem Ergebnis, dass überall Papier-Abfall herumfliegt. Hier wäre leicht und billig mit Vogelschutzklappen Abhilfe möglich.

Die Planung einer Straßenbahnverbindung Jahnstraße – Mensa ist ein so erheblicher und teurer Eingriff in das Naherholungsgebiet, die Natur und die vorhandenen Freizeitmöglichkeiten, dass ich nach weniger massiven Varianten gesucht habe. Eine solche möchte ich hier kurz skizzieren und Sie bitten, sie untersuchen zu lassen, bevor Sie die vorliegende Planung festschreiben.

zug

Ein Elektro-Bus Shuttle könnte den notwendigen Personentransport von der Jahnstraße in das Gelände der TU problemlos übernehmen. Dazu muss an den vorhandenen Verkehrswegen nur wenig geändert werden. Der Bus könnte über den Lichtwiesenweg fahren, dann hinter (südlich)dem Architekturgebäude zur Mensa weiterfahren und über die Straßen um das Hörsaalgebäude herum wenden. Wo eine (oder zwei) Ladestation(en) einzurichten wären, ist noch zu klären. Zwischenstopp nur bei signalisiertem Bedarf (wie in anderen Bussen auch).

Ich denke dabei nicht an einen Bus von der Größe eines K- oder KU-Busses. sondern eher an kleinere und wendigere Modelle, die aber mit Akkus angetrieben werden sollten. Eine Marktrecherche hierzu würde wahrscheinlich noch geeignetere Modelle finden als das, das ich auf die Schnelle bei www.City Train gefunden habe. Eventuell sind mit dem Hersteller geeignetere Fahrzüge noch zu entwickeln.


Das vorgeschlagene System kann und wird mehrfach zu touristischen Zwecken eingesetzt.
Der Öffentliche Personennahverkehr muss unter anderem einen barrierefreien Zugang sicherstellen, was durch das vorgeschlagene System nicht möglich ist. Somit steht das vorgeschlagen System nicht uneingeschränkt allen Nutzern zu Verfügung.

Meine Blitz Recherche führte zu City Train in Regensburg, einer innovativen Entwickler- und Hersteller Firma. Natürlich ist man dort bereit, jedwede Anforderungen zu erfüllen. Vermutlich gibt es noch weitere Firmen, die ähnliche Entwicklungskapazitäten haben.

Die Vorteile in Stichworten:

Abschluss-Fragen für den 6. 12. 2016, dem Anhörungstermein zur Planfeststelung.
  1. Warum wird das hier beschriebene System, das den gleichen Nutzen aber zu erheblich geringeren Kosten erbringt, abgelehnt?
  2. Warum setzt man auf bewährte aber durch die Entwicklung bald überholte Technik, statt innovativ und kreativ Neues zu wagen?
  3. Wieso tritte hier die "Wissenschaftsstadt Darmstadt" als Forschungs- und Innovationsblockierer auf?
  4. Warum werden die hier gegeben Hinweise auf mögliche Partner für Entwicklung eine Innovativen Systems nicht einmal kontaktiert/angesprochen?
  5. Welche Organisationen haben Interessen am genau diesem Ergebnis? HEAG Mobilo? Baufirmen? Straßenbahn Hersteller und Zulieferer?

Weitere Einzelheiten und noch konkretere Anregungen, bei Bedarf gerne: (Tel: 47499) oder Email:b.starkloff@gmx.de
Dieser Vorschlag wurde am 6.12.2016 bei einer Anhörung zum Planfeststellungverfahren vorgetragen

Herr Dillmann, Chef von HEAG MOBILO, (Vorhabenträger) hat darauf geantwortet:

Herr Dillmann, Chef von HEAG MOBILO, (Vorhabenträger)

Die Elektromobilität ist vielfältig und fortschreitend. Wie es vorhin richtig zitiert wurde, haben wir die Absicht und den politischen Auftrag der Stadt Darmstadt, die Stadtbuslinien bis zum Jahr 2025 auf Elektromobilität umzustellen. Sie können in den Medien sehr gut nachverfolgen. Jede Stadt experimentiert da vor sich hin. Auch wir gehören ab dem nächsten Jahr dazu. Wir haben mit Mercedes Benz an eienm Forschungsprojekt beteiligt. Die Innovationen überschlagen sich im Moment. Man kann überhaupt noch nicht sagen, wohin die die Entwicklung bei den Bussen gehen wird. Die Batterien und auch die Ladestationen werden besser.

Wir müssen jetzt mit der ersten Stadtbuslinie Erfahrungen sammeln, auch was die Aufladung angeht. Das ist aber noch nicht so weit, dass wir sagen könnten, wir können mit einem solchen Fahrzeug definitiv in den Linienbetrieb gehen. Wir haben schon Experimente gemacht, die wir auch in den Medien veröffentlicht haben. Auf der Linie L sind schon diverse Elektrobusse mit guter Akzeptanz gefahren. Aber die bringen noch immer Probleme mit sich, auch was die Aufladung angeht.

Also: wir sind heute noch nicht in dem Stadium, dass wir ein Verkehrsmittel anbieten können, das wirklich die Zuverlässigkeit bietet, die im Moment eine Straßenbahn, die schon 120 Jahre lang auf Technik zurück blickt, leisten kann.

... aber die Veröffentlichung seines Statements untersagt. Daher ist das Statement hier geschwärzt wiedergegeben.

Dabei waren die Anfangssätze des Statements sehr geeignet, diese Diskussion konstruktiv fortzusetzen. Sie enthielten Fakten, die aus den Medien bereits bekannt sind:

HEAG MOBILO
  • verfügt noch in dieem Jahr (von Mercedes Benz) über zwei Busse, einen Größeren und einen Kleineren, um diese zu testen.
  • will bis 2025 die Stadtbuslinien auf Elektromobilität umstellen,
  • ist mit Mercedes Benz an einem Forschungprojekt beteiligt,
  • hat ein Experiment mit der Linie L gemacht und diverse Eletrobusse mit guter Akzeptanz gefahren.
  • Battereien und Ladestationen, die bisher Probleme bereiteten, werden besser.

Auf dieser Basis aufbauend hätte eine konstruktive Diskussion geführt werden können. Z.B.

Ich bin erstaunt, dass an diesen Tests und Experimente nicht die TU Darmstadt beteiligt ist, weil dort exzellentes Know How gerade zu diesen Themen vorhanden ist, Der vorgeschlagene Elektro-Bus-Shuttle würde sich für derartige Tests anbieten. Hier ist der Weg so kurz, dass die Studenten den Rest des Weges laufen können (wie schon heute), wenn der Bus ausfällt. Die benötigte Batteriekapazität ist klein, weil die Strecke kurz ist und Batterien an einem der beiden Haltepunkte aufgeladen werden können.

Warum als nicht eine gemeinsames Projekt mit Mercedes, Heag Mobilo und der TU Darmstadt, dass auch über den den Zeitpunkt der Indienststellung hinaus fortgesetzt werden könnte, um einen Fahrerlosen Betrieb zu entwickeln. Studenten sind sicher weniger ängstlich als normale Fahrgäste und würden bei einer derartigen Projektverlängerung mitmachen.

Während der Testphase ab Herbst 2017 bis Herbst 2018 könnte das Projekt Lichtwiesenbahn für 1 Jahr zurückgestellt werden. Falls die Tests bis dahin positiv ausfallen, könnte man das Projekt Lichtwiesenbahn fallen lassen, und wenn die Probleme nicht in einem Jahr bis 2019 gelöst werden, kann die Lichtwiesenbahn immer noch gebaut werden.

Flexible Planung ist immer dann sinnvoll, wenn Planungsergebnisse zufallsbedingt sind (hier Ergebnis der Tests) und man das Ergebnis, welcher Umweltzustand eintritt, zu einem zukünftigen Zeitpunkt besser einschätzen kann als heute. Die derzeitige Lösung mit KU-Bussen müsste ja in jedem Fall bis Herbst 2019 beibehalten werden.


Resumierend stellte Herr Dillmann fest, dass HEAG MOBILO heute noch nicht in dem Stadium ist, ein Verkehrsmittel anbieten zu können, das wirklich die Zuverlässigkeit bietet, die im Moment eine Straßenbahn, die schon 120 Jahre lang auf Technik zurück blickt, leisten kann.

Den letzten Absatz des Statements nahm die Verhandlungsleiterin Frau Ulber zum Anlass, den am 6.12. 2016 dargestellte Vorschlag Elektro-Bus-Shuttle zum Campus Lichtwiese abzuschießen und keine weitere Diskussion, z.B. die Beantwortung der Abschluss-Fragen oder mit den die gerade genannten Argumenten zuzulassen.
“Nur Dumme zweifeln nicht“ (Zitat von Helmut Schmidt, Ex-Bundeskazler).
Es ist nie zu spät, getroffene Entscheidungen zu revidieren.